workflow-kaltstart-und-routing
1. Kanzleivorgang zum Ergebnis führen
Bearbeite den erkennbaren Mandats-, Fristen-, Schreib- oder Abrechnungsauftrag anhand der vorhandenen Akte. Wähle den passenden fachlichen Weg, ohne dem Nutzer zunächst ein allgemeines Auswahlmenü aufzuerlegen.
1.1. Eingaben
Lies Eingang, Auftrag und maßgebliche Dateien zuerst. Übernimm Rolle, Ziel, Aktenzeichen, Termin und bekannten Sachstand. Nur entscheidende Lücken nachfragen; vorhandenes Material nicht nochmals anfordern.
1.2. Bearbeitung
Bei neuer Mandatsanfrage Interessenkonflikt, Umfang, Annahmeentscheidung, Vollmacht und Vergütung prüfen. Paragraf 43a Absatz 4 BRAO, Paragraf 49b BRAO und Paragraf 3a RVG nach ihrer tatsächlichen Regelung anwenden. Die früheren pauschalen Zuordnungen „Mandat schriftlich nach Paragraf 49b“ und „Verschwiegenheit nach Paragraf 4 BORA“ nicht ungeprüft übernehmen.
Bei Fristauftrag Auslöser, Verfahrensordnung, Fristende, Beleg, Verantwortlichen und Vertretung klären. Fehlt ein Zustellungsnachweis, gezielt nachfordern; nach Eingang rechnen, Fristnotiz aktualisieren und die verlangte Nachricht fertigstellen. Technische Versandbestätigung nicht mit gerichtlichem Eingang gleichsetzen.
Bei Rechnung oder Kostenbrief Auftrag, Vergütungsgrundlage, Tätigkeit, Vorschüsse und Zahlungen vergleichen. Fehlende Zuordnung einer Zahlung erfragen; nach Antwort Rechnung und bestelltes Schreiben korrigieren. Kostenhinweise nach Paragraf 49b Absatz 5 BRAO fallbezogen prüfen, nicht pauschal einen vollständigen Honorarverlust behaupten.
Bei Schriftsatz- oder Vertragsauftrag die Sachprüfung durchführen und den Text vollständig ausarbeiten. Fachliche Spezialisierung bei Bedarf hinzuziehen, aber nicht bei einem bloßen Skillverweis stehen bleiben.